
Es ist weit nach Mitternacht, die Kinder schlafen endlich, und ich sitze an unserem Küchentisch in München vor meinem aufgeklappten Notizbuch. Zwischen getrockneten Kaffeeflecken klebt sie: die Bordkarte vom Flug LH 454 nach San Francisco. Sitz 32H, Premium Economy. Ich streiche über das Papier und denke an den Moment zurück, als wir 280.000 Meilen für uns vier eingelöst haben â und dann trotzdem fast 1500 Euro an Steuern und Gebühren zahlen mussten. Ein stolzer Preis für einen 'Freiflug', oder? Aber für uns war es der Moment, in dem das Meilen-Sammeln endlich real wurde.
Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links etwas kaufst, erhalte ich eine Provision â für dich ändert sich am Preis absolut nichts. Ich schreibe hier nur über Programme und Kurse, die uns als Familie tatsächlich geholfen haben, nicht mehr völlig planlos vor den Buchungsmasken zu sitzen.
Der Ingenieur und die Fixkosten: Ein Sonntagabend im November
Ende November saÃen mein Mann â er ist Maschinenbauingenieur und liebt Tabellen fast so sehr wie ich meine UX-Designs â und ich zusammen, um die Urlaubsplanung für 2026 anzugehen. Er schaute mich über den Rand seiner Brille an, als ich die Amex Platinum erwähnte. "660 Euro Jahresgebühr?" fragte er. "Unsere Lufthansa Kreditkarte kostet einen Bruchteil davon. Warum sollten wir das tun?"
Ich musste schmunzeln. Er hat ja recht. Die Lufthansa Miles & More Kreditkarte ist der Klassiker. Sie sorgt dafür, dass unsere Meilen nicht verfallen. Normalerweise gilt bei Miles & More eine Gültigkeit von Miles & More Meilen von genau 36 Monaten. Ohne die Karte wären meine ersten mühsam gesammelten Punkte vom SFO-Trip schon bald wieder weg. Aber die Amex? Die ist wie das Schweizer Taschenmesser, das man erst versteht, wenn man es einmal benutzt hat.
Lounge-Chaos und das Priority Pass Versprechen
Mitte Februar am Flughafen Frankfurt: Wir standen vor der Lufthansa Lounge B1. Ich hatte den Priority Pass über meine Lufthansa Karte (ja, die Gold-Version bietet das manchmal in Paketen an), aber es war ein Kampf. Die Lounge war so voll, dass wir uns fast auf den Boden hätten setzen müssen. Mein Sohn schlief schlieÃlich halb im Stehen auf seinem Reisekissen ein, während wir auf vier freie Plätze warteten.
Hier liegt der riesige Vorteil der Amex Platinum für Familien. Man bekommt zwei Priority Pässe â einen für den Hauptkarteninhaber und einen für den Zusatzkarteninhaber (meinen Mann). Das Beste daran: Jeder darf eine Begleitperson kostenlos mitnehmen. Das bedeutet: 2 Erwachsene + 2 Kinder = alle in die Lounge, ohne Diskussion. Bei der Lufthansa Karte ist das oft komplizierter oder teurer, wenn man nicht gerade den Status hat, von dem ich als Gelegenheits-Sammlerin nur träumen kann. Wie wir damals überhaupt gestartet sind, habe ich übrigens in Zu spät angefangen mit Travel Hacking? Mein Weg zum ersten Meilenflug 2024 aufgeschrieben.
Die Sache mit der Flexibilität: 5 zu 4 ist die magische Zahl
Nach etwa drei Monaten intensiver Recherche wurde mir klar: Die Amex sammelt keine Meilen, sondern Membership Rewards Punkte. Und diese Punkte sind wie eine Versicherung gegen schlechte Verfügbarkeiten. Wenn Lufthansa keine vier Plätze in der Premium Economy hat (wo jedes Gepäckstück übrigens 23 kg wiegen darf â lebenswichtig bei zwei Kindern!), kann ich die Amex Punkte einfach zu einem anderen Programm schieben.
Das Transferverhältnis ist meist 5 zu 4. 50.000 Amex Punkte werden also zu 40.000 Meilen bei British Airways, Emirates oder Qatar. Nur bei Lufthansa ist es in Deutschland ein kleiner Umweg über Payback nötig. Das ist genau der Punkt, an dem ich fast aufgegeben hätte, weil es so kompliziert klang. Hätte ich damals schon die Strategien aus der Priority Meilen MasterClass gekannt, hätte ich mir viele schlaflose Nächte erspart. Dort wird nämlich genau erklärt, wie man diese Transferwege für Familien-Urlaube optimiert, statt nur blind bei einer Airline zu sammeln.
Versicherungen: Wenn das Kind im Urlaub Fieber bekommt
Als Mutter von zwei Kindern (8 und 10) ist meine gröÃte Angst nicht, dass der Koffer weg ist, sondern dass wir die Reise wegen einer Mittelohrentzündung abbrechen müssen. Bei der Lufthansa Kreditkarte mussten wir die Reise bisher immer zwingend mit der Karte bezahlen, damit der Versicherungsschutz greift. Die Amex Platinum ist da (in der aktuellen Version) oft groÃzügiger, was den Schutz der Familie angeht, auch wenn man mal eine Teilstrecke anders bezahlt hat.
Ich erinnere mich an einen verregneten Sonntagabend im März, als ich die Versicherungsbedingungen beider Karten verglich. Die Deckungssummen bei der Amex sind für eine vierköpfige Familie einfach eine andere Liga. Es ist dieses Gefühl von Sicherheit, für das man die höhere Gebühr eigentlich zahlt. Wer erst mal klein anfangen will, dem empfehle ich immer das Elite travelhacking BasiX â das ist quasi das Einmaleins für Leute wie uns, die nicht 200 Tage im Jahr im Hotel verbringen.
Mein Fazit am Küchentisch
Lohnt sich die Amex Platinum für Familien? Wenn man nur einmal im Jahr nach Italien fährt: Nein. Aber wenn man wie wir Blut geleckt hat und die 280.000 Meilen für den nächsten groÃen Trip (vielleicht mal Richtung Asien?) anpeilt, dann ist sie der Turbo. Die Lufthansa Karte bleibt bei uns trotzdem im Portemonnaie â allein schon wegen dem Meilenschutz und für den wöchentlichen Familieneinkauf, wie ich es in Payback Punkte in Meilen umwandeln: Tipps für den wöchentlichen Familieneinkauf beschreibe.
Die Amex Platinum erfordert definitiv mehr Zeit. Man muss sich mit den Transferpartnern beschäftigen und verstehen, wann welcher Punkt wo am meisten wert ist. Die Lufthansa Karte ist direkter, aber eben auch unflexibler. Wer die Abkürzung nehmen will und keine Lust auf das UX-Design-mäÃige 'Trial and Error' hat, das ich betrieben habe, sollte sich die Priority Meilen MasterClass ansehen. Es ist das Upgrade für alle, die es ernst meinen.
Ich klappe mein Notizbuch zu. Morgen früh um sieben geht der Wecker, die Schule ruft. Aber in meinem Kopf plane ich schon die nächsten Sitznummern. Vielleicht diesmal Reihe 20? Hauptsache, die Kinder haben wieder genug Platz für ihre Reisekissen und wir diesen kurzen Moment der Ruhe in der Lounge, bevor das Abenteuer losgeht. Wenn ihr mehr über unsere Kostenplanung wissen wollt, schaut mal in Miles and More Steuern und Gebühren: Wie wir 1500 Euro Zusatzkosten planten rein. Es ist ein steiniger Weg, aber jeder Cent â und jede Meile â ist es wert.



