
Ich sitze gerade in der Lufthansa Lounge B1 in Frankfurt — die mit dem PriorityPass, den wir über unsere Kreditkarte haben — und rühre in meinem Espresso, während ich auf mein Notizbuch starre. Vor mir klebt die Bordkarte von unserem Flug LH 454 nach San Francisco. Sitz 32H. Das war der Platz, auf dem unsere Tochter vor zwei Jahren — im Sommer 2024 — mit ihrem blauen Reisekissen einschlief, noch bevor wir die Reiseflughöhe erreicht hatten. Damals haben wir 280.000 Meilen für vier Premium Economy Tickets auf den Kopf gehauen. Und weißt du was? Ich habe gerade ausgerechnet, dass fast ein Drittel dieser Meilen allein durch Nudeln, Windeln und Bio-Äpfel zusammengekommen ist.
Es ist verrückt, wenn man darüber nachdenkt. Während mein Mann, der Ingenieur, immer noch versucht, die Aerodynamik der A340-600 zu verstehen, versuche ich die Logik hinter dem 10-fach Coupon bei Rewe zu durchdringen. Es fühlt sich ein bisschen wie UX-Design an — man muss den Prozess verstehen, um das Ergebnis zu lieben. Und das Ergebnis ist heute ein entspanntes Warten auf den Anschlussflug, während die Kinder in der Kinderecke der Lounge (endlich mal!) Ruhe geben.
Der Samstags-Blues an der Kasse
Kennst du diesen Moment am Samstagvormittag? Der Wagen ist voll, die Schlange bei Rewe reicht bis zu den Kühlregalen und das Kind hat gerade die dritte Packung Quetschies „versehentlich“ aufgerissen. Früher war das für mich purer Stress. Heute ist es... naja, immer noch Stress, aber mit einem Ziel. Wenn ich dort stehe und mein Handy zücke, um den Payback-Coupon zu scannen, höre ich dieses helle „Pling“ des Scanners. Für mich ist das das Geräusch von Freiheit. Oder zumindest von Beinfreiheit.
Wir haben 2022 angefangen, fast schon aus Versehen, nach dieser einen Empfehlung einer Kollegin. Zwei Jahre lang haben wir ohne echten Plan gesammelt. Wir haben einfach alles mitgenommen, was ging. Aber seit unserem SFO-Erfolg im Sommer 2024 schreibe ich alles mit. Jede Geschichte hinter der Bordkarte. Und die Geschichte hinter den 280.000 Meilen für San Francisco beginnt oft im Drogeriemarkt oder im Supermarkt um die Ecke in München.
Warum Payback die Geheimwaffe für Familien ist
Als wir damals die 1500 Euro Steuern und Gebühren für die vier Tickets nach Kalifornien bezahlt haben, schluckte mein Mann kurz. „Das ist ja fast ein normaler Flugpreis“, meinte er. Und er hatte recht. Wenn man als vierköpfige Familie Meilen einlöst, sind die Nebenkosten der eigentliche Endgegner. Wir haben damals lange überlegt, wie wir das am besten planen. In meinem Notizbuch steht immer noch der rot umrandete Satz: Miles and More Steuern und Gebühren: Wie wir 1500 Euro Zusatzkosten planten — das war eine harte Lektion in Sachen Urlaubsbudget.
Aber genau hier kommt Payback ins Spiel. In der Welt der Meilensammler wird oft so getan, als gäbe es Meilen nur für Flüge oder teure Abos. Aber für uns, die wir sowieso jede Woche Unmengen an Geld für Lebensmittel und Drogerieartikel ausgeben, ist Payback der ehrlichste Weg zum Meilenkonto. In München gehen wir meistens zum Rewe oder zum Penny, und natürlich zum dm.
Die Grundregel ist simpel: 1 Punkt pro 2 Euro Umsatz bei Rewe, 1 Punkt pro 1 Euro bei dm. Das klingt nach nichts. Aber wir spielen das Spiel der Multiplikatoren. Ein normaler Wocheneinkauf für eine vierköpfige Familie liegt bei uns locker bei 150 bis 200 Euro. Ohne Coupons wären das 75 bis 100 Punkte. Mit einem 10-fach Coupon — den es gefühlt jede zweite Woche gibt — sind das plötzlich 750 bis 1000 Punkte. Pro Woche.
Meine Strategie für 2026: Stapeln statt Sammeln
Ich habe im letzten Winter, so gegen Ende Januar, angefangen, meine Strategie zu verfeinern. Ich nenne es „Coupon-Stapeln“. Mein Mann schüttelt immer den Kopf, wenn ich im Flur stehe und noch schnell die Coupons in der App aktiviere, während er schon die Autoschlüssel in der Hand hält. Aber UX-Design bedeutet eben auch: Optimierung der Schnittstellen.
- Der dm-Fokus: Da es dort pro Euro einen Punkt gibt, kaufen wir alles, was haltbar ist (Windeln, Waschmittel, Vorratspackungen an Zahnpasta), nur noch dort und nur mit mindestens 10-fach oder 20-fach Coupons.
- Rewe-Lieferdienst: Wenn es mal wieder regnet und ich keine Lust auf das Parkplatz-Chaos in München habe, nutzen wir den Lieferdienst. Da gibt es oft exklusive Online-Coupons, die man im Laden nicht kriegt.
- Die Partner-Aktionen: Letzten Monat gab es eine Aktion bei einem großen Tankstellenpartner. Wir mussten sowieso tanken für den Ausflug in die Berge — zack, 500 Zusatzpunkte.
Manchmal fühle ich mich ein bisschen wie eine Jägerin und Sammlerin, nur dass meine Beute aus virtuellen Punkten besteht, die mich irgendwann wieder in einen Sitz mit Fußstütze bringen. Aber es klappt nicht immer. Erst vor ein paar Wochen — es muss so Mitte April gewesen sein — stand ich an der Kasse, die Kinder waren quengelig, die Schlange war endlos, und natürlich hatte die Payback-App genau in diesem Moment ein Update-Problem. Ich konnte den 15-fach Coupon nicht laden. Ich habe den vollen Preis bezahlt und nur die Basis-Punkte bekommen. Ich hätte fast geheult. Es klingt lächerlich, aber in meinem Kopf sah ich schon, wie ein halber Zentimeter Beinfreiheit für den nächsten Flug im digitalen Nirgendwo verschwand.
Der magische Moment: Die Transfer-Wochen
Das Wichtigste, was ich gelernt habe: Tausche deine Punkte NIEMALS sofort um. Ich lasse sie auf dem Payback-Konto liegen wie einen guten Wein, der reifen muss. Zweimal im Jahr — meistens einmal im Frühsommer und einmal kurz vor Weihnachten — gibt es die Aktion, bei der man 25 % oder sogar 30 % Bonusmeilen bekommt, wenn man seine Punkte zu Miles & More schiebt.
Letzten Dezember haben wir das zum ersten Mal so richtig groß gemacht. Wir hatten über das Jahr verteilt rund 40.000 Payback-Punkte gesammelt. Durch den Bonus wurden daraus plötzlich 50.000 Meilen. Das ist fast schon ein Meilenschnäppchen für eine Person in der Business Class (wenn man Glück hat) oder eben ein riesiger Batzen für unseren nächsten Familienflug in der Premium Economy.
Ich erinnere mich an einen Abend im letzten März, als ich mit einem Glas Wein am Küchentisch saß und die Punkte-Transfers in mein Notizbuch eintrug. Mein Mann schaute über meine Schulter und meinte: „Du weißt schon, dass wir für diese Punkte wahrscheinlich 300 Kilo Äpfel gekauft haben?“ Vielleicht hat er recht. Aber diese Äpfel haben uns geholfen, die Verfügbarkeiten für die Sommerferien zu sichern. Und jeder, der schon mal versucht hat, für vier Personen in den Ferien etwas zu finden, weiß: Man braucht jede Meile, die man kriegen kann. Ich habe dazu mal meine Gedanken aufgeschrieben, besonders darüber, wann sich die Buchung von Lufthansa Meilenschnäppchen für Familien wirklich lohnt — Spoiler: In den Schulferien ist es oft ein Pokerspiel.
Wenn die Lounge zum Wohnzimmer wird
Gestern Abend sind wir wieder in München gelandet, nach einem kurzen Trip, und heute sitze ich hier in der B1 Lounge in Frankfurt. Es ist diese typische Flughafen-Atmosphäre: das leise Klappern der Kaffeetassen, das Gemurmel der Geschäftsreisenden und wir mittendrin. Ich beobachte die Leute. Da ist ein Mann im Anzug, der wahrscheinlich drei Flüge pro Woche macht. Er sieht gestresst aus. Und dann sind da wir. Wir fliegen vielleicht zweimal im Jahr so richtig „groß“. Aber wir genießen jede Sekunde.
In meinem Notizbuch klebt jetzt eine neue Notiz: „LH 2472, Sitz 12A, München nach London, März 2026“. Es war nur ein kurzer Flug, aber wir haben ihn komplett mit Meilen bezahlt, die wir beim Einkaufen gesammelt haben. Die Kinder finden es toll, dass sie in der Lounge Kakao trinken können, so viel sie wollen. Und ich finde es toll, dass der Wocheneinkauf sich nicht mehr wie eine lästige Pflicht anfühlt, sondern wie eine Investition in unsere Familiengeschichten.
Ein unkonventioneller Gedanke: Die Haushaltskasse
Ich habe neulich mit einer Freundin darüber gesprochen, die auch angefangen hat zu sammeln. Sie fragte mich: „Lohnt sich das wirklich? Ist der Aufwand nicht zu groß?“ Und ich habe ihr das Gleiche gesagt, was ich mir immer wieder sage: Es ist kein Aufwand, wenn es Teil deines Alltags wird. Es ist wie Zähneputzen. Man macht es einfach.
Aber ich habe noch einen anderen Ansatz, den viele Meilen-Profis wahrscheinlich verteufeln würden. Manchmal, wenn die Haushaltskasse am Ende des Monats etwas knapp ist — München ist ja nicht gerade billig — nutzen wir die Payback-Punkte direkt an der Kasse, um den Einkauf zu bezahlen. Ja, ich weiß, der Gegenwert in Meilen ist theoretisch höher. Aber als Familie muss man flexibel bleiben. Wenn ich durch die Punkte 100 Euro beim Einkauf spare, kann ich diese 100 Euro auf das „Reise-Nebenkosten-Konto“ legen. Am Ende des Tages ist es egal, ob die Meile einen Cent oder zwei Cent wert ist — wichtig ist, dass wir als vier Personen im Flieger sitzen und uns die Welt anschauen können.
Fazit vom Lounge-Sessel
Der Espresso ist leer, und gleich müssen wir zum Gate. Die Kinder haben ihre Rucksäcke schon aufgesetzt. Ich klappe mein Notizbuch zu. Sammeln mit Payback ist für uns kein Hobby, es ist ein System, das unseren Familienalltag ein kleines bisschen glänzender macht.
Wenn du also das nächste Mal bei Rewe stehst und dich über die Schlange ärgerst: Atme tief durch, aktiviere den 10-fach Coupon und denk an das „Pling“. Es ist der Klang deines nächsten Urlaubs. Man muss nicht in der First Class sitzen, um sich wie ein Gewinner zu fühlen. Manchmal reicht schon Reihe 32H in der Premium Economy — mit einem schlafenden Kind auf dem Schoß und dem Wissen, dass die Nudeln vom letzten Jahr diesen Moment bezahlt haben.
Vielleicht sehen wir uns ja mal an der Kasse oder in einer Lounge. Ich bin die mit dem dicken Notizbuch und den zwei Kindern, die gerade versuchen, den Pfandautomaten zu verstehen. Fang einfach an. Es ist nie zu spät, um die erste Meile beim Klopapierkauf zu sammeln.


