Bordkarten Tagebuch

Miles and More Meilen Verfall verhindern: Tipps für das Sammeln als Familie

Miles and More Meilen Verfall verhindern: Tipps für das Sammeln als Familie

Es war ein verregneter Sonntagabend im letzten November – die Kinder schliefen endlich und ich saß mit meinem Notizbuch am Küchentisch in München. Das raue Papier unter meinen Fingern fühlte sich gut an, fast erdend, während ich mit dem blauen Kugelschreiber die Ablaufdaten unserer Meilen rot umkreiste. Ich hatte diesen kurzen Moment der Panik: Was, wenn die 280.000 Meilen für San Francisco im letzten Sommer nur ein einmaliger Glückstreffer waren? Was, wenn die ersten 30.000 Meilen, die ich 2022 nach der Empfehlung meiner Kollegin gesammelt hatte, einfach im digitalen Nirgendwo verpuffen?

Das 36-Monate-Gespenst am Küchentisch

Vielleicht kennst du das Gefühl, wenn man etwas Neues anfängt und erst nach zwei Jahren merkt, dass man die Spielregeln nur zur Hälfte verstanden hat. Bei Miles & More ist die wichtigste Regel für Gelegenheits-Sammler wie uns die 36-Monate-Frist. Prämienmeilen verfallen einfach nach drei Jahren zum Quartalsende. Punkt. Wenn ich also im Mai 2022 meine ersten Meilen durch den Sign-Up-Bonus bekommen habe, würden sie – ohne Schutz – im Juni 2025 einfach weg sein. Einfach so.

Ich starrte auf meine Notizen und rechnete. Mein Mann, der als Maschinenbauingenieur zwar oft geschäftlich unterwegs ist, hatte sein eigenes Konto. Die Kinder hatten... gar nichts. Beziehungsweise: Sie hatten Meilen auf Flügen gesammelt, die wir einfach nie irgendwo gutgeschrieben haben, weil ich dachte, das lohnt sich erst ab 18. Ein fataler Fehler, wie ich jetzt weiß. Jeder von uns kämpfte allein gegen diese 36-Monate-Uhr, und das ist genau der Punkt, an dem viele Familien scheitern.

Warum zu viele kleine Konten eine Kostenfalle sind

Hier kommt meine ehrliche Erkenntnis, die ich erst beim Kleben der Bordkarten für den Flug FRA-SFO LH 454 (Sitz 32H in der Premium Economy auf der A340-600, falls du es genau wissen willst) verstanden habe: Zu viele kleine Konten in der Familie sind Gift für den Geldbeutel. Stell dir vor, jedes Kind hat 20.000 Meilen. Das reicht vielleicht für einen Inlandsflug. Aber die Steuern und Gebühren bei Lufthansa sind oft so hoch – wir haben für unsere vier Tickets nach San Francisco etwa 1500 Euro draufgezahlt –, dass man bei kleinen Buchungen kaum spart. Wenn du für einen 150-Euro-Flug 20.000 Meilen einlöst und trotzdem 120 Euro Gebühren zahlst, hast du deine Meilen quasi verschenkt.

Der Trick ist, die Meilen zu bündeln, um die großen Brocken zu bezahlen, bei denen der Wert der Meile die Gebühren übersteigt. Aber wie verhindert man, dass sie verfallen, während man auf die großen Summen spart? Ich saß da kurz nach den Weihnachtsfeiertagen und habe endlich das getan, was ich schon viel früher hätte machen sollen: das Meilen-Pooling eingerichtet.

Meilen-Pooling: Unsere Rettung für den Familien-Frieden

Mitten in der Planung für die Osterferien habe ich uns vier endlich verknüpft. Es ist eigentlich ganz simpel, aber man muss es eben machen. Bei Miles & More können maximal 2 Erwachsene und 5 Kinder einen Pool bilden. Das bedeutet nicht, dass die Meilen physisch auf ein Konto überwiesen werden – sie bleiben auf den Einzelkonten, werden aber für Prämienbuchungen zusammengerechnet. Das Wichtigste für mich war aber: Die Meilen der Kinder sind im Pool besser geschützt, wenn einer der Erwachsenen einen Status oder die richtige Kreditkarte hat.

Apropos Kinder: Wusstest du, dass JetFriends (das Kinderprogramm) Meilen bis zum 18. Geburtstag gar nicht verfallen lässt? Die Voraussetzung ist ein Mindestalter von 2 Jahren. Unsere beiden (8 und 10) sammeln jetzt fleißig mit. Es fühlte sich fast ein bisschen kriminell an, als ich im Notizbuch nachrechnete, dass die Kinder durch Zeitschriften-Abos (ja, die guten alten Kinderzeitschriften) und Online-Shopping-Umwege mehr Meilen generiert haben als ich durch meine letzte Dienstreise nach Berlin.

Der Kreditkarten-Joker gegen den Verfall

Der eigentliche Wendepunkt war aber die Kreditkarte meines Mannes. Als Ingenieur braucht er sie eh für die Reisekosten, aber für unser Meilen-Konto ist sie der ultimative Schutzschild. Solange man eine Miles & More Kreditkarte (Gold oder die Blue mit entsprechendem Mindestumsatz) besitzt und diese aktiv nutzt, verfallen die Meilen auf dem verknüpften Konto nicht. Das ist wie eine Pause-Taste für die 36-Monate-Uhr.

Ich erinnere mich noch an den Moment vor etwa drei Wochen, als ich in der Lufthansa Lounge B1 saß – wir hatten Zugang über den PriorityPass, den wir mit der Karte bekommen haben. Ich schlürfte einen Espresso, beobachtete ein Kind, das in der Premium Economy mit seinem Reisekissen schon im Sitzen einschlief, und fühlte mich zum ersten Mal nicht mehr wie eine Anfängerin. Ich wusste: Unsere 280.000 Meilen sind sicher. Selbst wenn wir jetzt ein Jahr lang gar nicht fliegen, tickt die Uhr für uns nicht weiter, solange wir die Karte beim Wocheneinkauf nutzen.

Natürlich läuft nicht immer alles glatt. Ich erinnere mich an einen Versuch, Meilen für ein Upgrade zu nutzen, was komplett fehlschlug, weil ich die Buchungsklassen nicht geprüft hatte. Oder an den Tag, als ich versuchte, die Kinder für das Pooling einzuladen und die Bestätigungs-Mail im Spam-Ordner meines Mannes verschwand, während ich schon panisch dachte, unser Konto sei gesperrt. Lufthansa Upgrade mit Meilen: Wie wir als Familie die Premium Economy nutzten war damals eine gute Orientierungshilfe, um zu verstehen, was wir eigentlich falsch gemacht hatten.

Meine Tipps für dein Familien-Tagebuch

Wenn du auch gerade erst anfängst und Angst um deine hart verdienten Punkte hast, hier ist meine kleine Checkliste vom Küchentisch:

Jetzt, im Frühsommer 2026, klebe ich die letzten Bordkarten von unserem Kurztrip in mein Buch. Es ist ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass unser Meilen-Kontostand nun sicher ist. Wir sparen schon auf das nächste große Ding – vielleicht mal Business Class, wenn wir ganz mutig sind? Aber eigentlich war die Premium Economy für uns vier perfekt. Es geht nicht darum, das System zu schlagen oder wie ein Profi-Blogger durch die Welt zu jetten. Es geht darum, dass der Familienurlaub ein Stückchen besonderer wird, ohne dass die hart gesammelten Punkte einfach verschwinden.