Bordkarten Tagebuch

Lufthansa Meilen sammeln mit Zeitschriftenabos für den nächsten Familienflug

Lufthansa Meilen sammeln mit Zeitschriftenabos für den nächsten Familienflug

Es ist spät am Abend an unserem Münchner Küchentisch, das Haus ist endlich still und ich streiche fast schon zärtlich über die eingeklebten Bordkarten in meinem Notizbuch. Da klebt sie, die LH 454 nach San Francisco, Sitz 32H – unser erster großer Erfolg in der Premium Economy. Ich erinnere mich noch genau, wie die Kinder mit ihren Reisekissen einschliefen, während wir irgendwo über Grönland schwebten. Aber die bittere UX-Designer-Analyse meines Meilenkontos heute zeigt: Wenn wir uns nur auf den Kreditkarten-Umsatz und die Wocheneinkäufe verlassen, dauert es locker fünf Jahre, bis wir wieder alle vier in dieser Kabine sitzen. Das muss schneller gehen.

Die Erkenntnis: Warum Fliegen allein nicht reicht

Ich saß neulich in der Lufthansa Lounge B1 – dank PriorityPass meiner Kreditkarte ein kleiner Ruhepol vor dem Chaos – und beobachtete die Geschäftsreisenden. Die sammeln Meilen im Schlaf, weil die Firma zahlt. Wir als Familie? Wir müssen tricksen. 280000 Meilen für vier Premium Economy Tickets nach SFO waren ein Brett, dazu die etwa 1500 Euro Steuern und Gebühren, die wir mühsam zusammengespart hatten. Mein Mann, der Ingenieur, rechnete mir vor, dass wir für die nächste Reise nach Asien eine neue Strategie brauchen.

Das Problem bei Miles & More ist ja: Wenn man keinen Status hat, droht nach 36 Monaten der Meilenverfall. Das ist wie eine tickende Uhr im Hintergrund. Wer nur hin und wieder mal nach Mallorca fliegt, kommt nie auf die Summen, die man für vier Personen auf der Langstrecke braucht. Ich habe angefangen, alles aufzuschreiben. Jede Aktion, jeden Bonus. Und dabei bin ich auf das gestoßen, was ich früher immer als 'Altpapier-Recycling' belächelt habe: Zeitschriftenabos.

Die Jagd nach der perfekten Ratio am Zeitschriftenkiosk

Eines Abends im letzten Spätsommer fing ich an, mich tiefer in die Systematik einzulesen. Ich hatte von der Priority-Meilen-Masterclass gehört und begriffen, dass man Meilen nicht nur 'nebenbei' sammelt, sondern sie quasi kauft – nur eben getarnt als Lesestoff. Das Ziel ist eine Ratio von mindestens 20 Meilen pro Euro. Wenn man das clever anstellt, bekommt man für ein paar hundert Euro Abogebühren genug Meilen für einen halben Freiflug.

Ich saß also da, mein Füllhalter kratzte vertraut auf dem Papier meines Notizbuchs, während ich die Meilen-Ratio für ein neues Abo berechnete. Mein Mann schaute über meine Schulter und fragte nur: 'Willst du das wirklich alles lesen?' Ich musste lachen. Ich fragte mich in diesem Moment kurz selbst, ob ich jetzt wirklich die Person bin, die fünf verschiedene Zeitschriften abonniert, nur um die Kinder irgendwann wieder in der Premium Economy zu sehen. Aber die Zahlen lügen nicht. Ein einziges Abo einer Wirtschaftszeitung kann mehr Meilen bringen als ein Hin- und Rückflug nach New York in der Economy Class.

Der Trick mit den Fachmagazinen statt der Klatschpresse

Hier kommt meine persönliche Beobachtung, die ich so in keinem Standard-Guide gelesen habe: Alle stürzen sich immer auf die Klassiker wie Focus oder Gala. Klar, die bringen solide Punkte. Aber wenn man wirklich für eine vierköpfige Familie sammelt, reicht das nicht. Ich habe angefangen, gezielt nach kostspieligen Fachmagazinen oder speziellen Wirtschaftstiteln zu suchen. Die haben oft eine Mindestlaufzeit von 12 Monaten, aber die Meilen-Ausbeute ist dort oft viel konstanter und manchmal gibt es versteckte Aktionen, die weit über das hinausgehen, was man beim Friseur im Wartezimmer findet.

Vermeiden Sie die typischen Wochenzeitungen, wenn die Ratio nicht gerade absolut überragend ist. Setzen Sie lieber auf die 'schweren' Titel. Der Clou ist: Die Gutschrift der Meilen erfolgt oft erst nach Zahlungseingang und Ablauf der Widerrufsfrist. Man braucht also Geduld. Aber wenn dann plötzlich 15.000 oder 20.000 Meilen auf einen Schlag auf dem Konto landen, ist das ein Gefühl wie Weihnachten. Wir nutzen das Miles Pooling, so dass die Meilen von uns beiden und den Kindern in einem Topf landen. Das macht die Planung für die Schulferien so viel einfacher.

Vom Skeptiker zum Meilen-Fan: Unser Durchbruch im Frühjahr

Mitte März kam der Moment der Wahrheit. Die erste große Gutschrift aus einem Wirtschafts-Abo tauchte in meiner App auf. Mein Mann war erst skeptisch, aber als er sah, dass wir allein durch drei gezielte Abos fast 50.000 Meilen generiert hatten – ohne einen Fuß in ein Flugzeug zu setzen – war das Eis gebrochen. Es ist ein bisschen wie UX-Design: Man muss den Prozess verstehen, die Pain Points (die Kosten) gegen den Nutzen (die bequemen Sitze) abwägen und dann den User Flow (die Bestellung) optimieren.

Natürlich läuft nicht immer alles glatt. Einmal wurde eine Gutschrift abgelehnt, weil ich angeblich schon mal Abonnent war – dabei war das Jahre her. Ein anderes Mal war die Lounge in München so überfüllt, dass wir mit den Kindern draußen warten mussten, trotz PriorityPass. Aber das gehört dazu. Man lernt, flexibel zu bleiben. Ich schreibe jetzt jede Geschichte hinter den Meilen auf. Es geht nicht nur um das 'Hacking', es geht um die Vorfreude. Wenn ich sehe, wie sich die Tabellen in meinem Notizbuch füllen, weiß ich: Der nächste Flug nach Japan oder Thailand ist nicht mehr nur ein Traum.

Falls ihr auch gerade erst anfangt und euch fragt, ob sich der Aufwand lohnt: Absolut. Man muss nur anfangen, das Sammeln strategisch anzugehen. Ich schaue mir zum Beispiel immer wieder an, ob Lufthansa Meilenschnäppchen für Familien gerade passen, um die hart erarbeiteten Abo-Meilen noch effizienter einzusetzen. Es ist ein Hobby geworden, das uns als Familie ein Stück Luxus ermöglicht, den wir uns sonst wahrscheinlich nicht leisten würden. Und das nächste Mal, wenn ich in der Premium Economy den Espresso aus der Porzellantasse trinke, werde ich an den Stapel Zeitschriften denken, der uns dorthin gebracht hat.