Bordkarten Tagebuch

Miles and More Companion Award nutzen: So sparen Familien Meilen beim Buchen

Miles and More Companion Award nutzen: So sparen Familien Meilen beim Buchen

Es ist spät abends in unserer Küche in München, die Kinder schlafen endlich, und ich fahre mit den Fingerspitzen über das raue Papier der eingeklebten Bordkarten in meinem Notizbuch. Da klebt sie, die LH 454 von Frankfurt nach San Francisco, Sitz 32H. Es riecht noch ganz leicht nach dem Klebestift, den ich benutzt habe, um diese Trophäen festzuhalten. Ich starre auf die Zahl, die ich daneben notiert habe: 280.000 Meilen. Weg. Einfach so. Verbraucht für vier Tickets in der Premium Economy.

Ich erinnere mich noch genau an diesen Moment der Erleichterung, als die Buchung durchging, aber auch an den kleinen Stich im Herz, als ich die Kreditkartenabrechnung sah. Etwa 1500 Euro Steuern und Gebühren kamen obendrauf – für Meilenflüge! Wahnsinn, oder? Während ich da so sitze und den Rest meines lauwarmen Tees trinke, denke ich an meine Kollegen. Du kennst das: Die fliegen gefühlt jede Woche irgendwohin, posten Fotos aus der Business Class und tun so, als wäre das alles ganz logisch. Manchmal überkommt mich da ein kurzer Moment des Neids – sie fliegen 'einfach so', während ich jeden Meilenwert dreimal umdrehe und im Kopf gegenrechne, ob wir uns das als vierköpfige Familie überhaupt leisten können.

Der Moment, in dem die Mathematik gegen den Frust siegte

Irgendwann kurz nach dem Jahreswechsel saß mein Mann an seinem Laptop und studierte sein Miles & More Konto. Durch seine vielen Dienstreisen als Ingenieur hat er tatsächlich die Schwelle von 2000 Qualifying Points geknackt und den Senator Status erreicht. Für ihn war das eher so eine 'Ah, okay'-Nachricht, aber ich? Ich sah sofort die Möglichkeiten. Ich habe angefangen zu graben – nicht als Expertin, sondern als Mutter, die verzweifelt versucht, den nächsten Sommerurlaub zu retten, ohne das gesamte Ersparte für Flugtickets auszugeben.

Dabei bin ich auf den Companion Award gestoßen. Eigentlich klingt es simpel: Wenn ein Senator (oder HON Circle Member) einen Prämienflug bucht, zahlt die Begleitperson nur 50 Prozent der Meilen. Ich saß da mit meinem Taschenrechner und habe die Route nach Nordamerika durchgerechnet. Ein regulärer Flug in der Premium Economy kostet laut Chart 35.000 Meilen für den One-way. Für uns vier wären das normalerweise 140.000 Meilen in eine Richtung.

Aber mit dem Companion Award sieht die Welt plötzlich anders aus. Mein Mann zahlt voll, ich zahle die Hälfte. Die Kinder zahlen (leider ohne Companion-Rabatt, aber mit dem normalen Kinderabschlag) ihren Teil. In der Summe sparen wir als Familie durch diesen einen Status-Vorteil effektiv 25 Prozent der Gesamtmeilen für das Eltern-Paar. Das ist kein Ego-Ding für meinen Mann, das ist für uns eine rein mathematische Entscheidung für den nächsten Familienurlaub.

Die Sache mit dem Haken – oder: Warum Steuern uns immer noch jagen

Letzte Woche am Küchentisch kam dann die Ernüchterung, als ich die Details für unsere nächste Planung im Kopf durchging. Man darf sich nicht täuschen lassen: Der Companion Award spart nur Meilen, keine Euros. Die hohen Steuern und Gebühren, über die ich mich schon bei unserem Trip nach San Francisco so gewundert habe, bleiben identisch. Ich habe damals schon darüber geschrieben, wie wir die 1500 Euro Zusatzkosten für den SFO-Flug geplant haben, und das ändert sich auch mit dem Companion-Rabatt nicht.

Hier kommt mein ganz persönlicher 'Aha-Moment', den ich so in keinem Hochglanz-Magazin gelesen habe: Manchmal lohnt sich der Companion Award fast gar nicht. Wenn man zum Beispiel eine Reise bucht, bei der es gerade günstige Fly Smart Prämien oder Meilenschnäppchen gibt, ist der Companion Award oft gesperrt. Und wenn man dann sieht, dass die Gebühren fast so hoch sind wie ein regulär gekauftes Ticket im Angebot, fragt man sich schon, warum man die hart ersparten Meilen überhaupt anfasst.

Ich erinnere mich an einen Versuch Anfang April, als ich versuchte, uns alle auf einen Flug zu quetschen und die Lounge-Optionen prüfte. Wir haben ja keinen Senator-Status für die ganze Familie, sondern nutzen meistens die Lufthansa Lounge B1 über den PriorityPass meiner Kreditkarte. Da stehst du dann mit zwei Kindern, die eigentlich nur eine Brezel wollen, und versuchst zu kalkulieren, ob sich der Meileneinsatz lohnt, wenn man am Ende trotzdem 400 Euro pro Person an Gebühren zahlt.

Wie wir es jetzt angehen (ohne Plan, aber mit System)

Trotz der Gebühren ist der Companion Award für uns ein kleiner Rettungsanker. Wenn wir als vierköpfige Familie fliegen, ist die Verfügbarkeit sowieso das größte Problem. Es ist oft einfacher, zwei Personen auf den Companion Award zu buchen und die anderen beiden über ein separates Konto (Stichwort Meilen-Pooling), als zu versuchen, vier Plätze in einer Buchung zu finden, die alle den gleichen Rabatt bekommen.

Was ich gelernt habe: Der Companion Award ist toll für die Langstrecke, wenn man wirklich Meilen sparen muss, weil das Konto nach dem letzten Trip leergefegt ist. Es war ein langer Weg von meiner ersten Kreditkarte 2022 bis zu dem Punkt, an dem ich verstehe, warum mein Mann im Senator-Heftchen blättert. Wenn du wissen willst, wie sich das alles im echten Leben anfühlt, schau dir ruhig mal meine Notizen zur Bordkarte 1 von unserem ersten großen Flug an. Da sieht man erst, wie viel Herzblut (und Klebestift) in so einer Reise steckt.

Ich schließe mein Notizbuch für heute. Die Seiten sind dick von den eingeklebten Erinnerungen. Morgen muss ich wieder UX-Konzepte entwerfen, aber in meinem Kopf plane ich schon die nächste Route. Vielleicht wieder Premium Economy? Das Kind, das letztes Mal mit seinem Reisekissen so selig auf Sitz 32H einschlief, fragt schon ständig, wann wir wieder 'mit den lila Sitzen' fliegen. Am Ende ist es genau das, was zählt – nicht der Status, sondern dass wir vier zusammen irgendwo ankommen, auch wenn Mama vorher drei Abende lang über den Meilen-Tabellen gebrütet hat.