
Es ist spät geworden in unserer Wohnung in München. Ich sitze am Küchentisch, das Licht der Dunstabzugshaube wirft einen harten Schein auf mein Notizbuch. Mit ein bisschen Washi-Tape in zartem Hellblau klebe ich gerade die vier Bordkarten vom letzten Sommer ein – LH 454, Frankfurt nach San Francisco, Sitz 32H. Premium Economy auf der A340-600.
Ich streiche über das dicke Moleskine-Papier und spüre diesen leichten Widerstand – kennst du das? Es ist der Moment, in dem aus einem digitalen Beleg eine echte Erinnerung wird. Aber während ich da so klebe, kam mir plötzlich dieser eine Gedanke, der mich den halben Abend nicht losgelassen hat: Waren wir eigentlich wirklich abgesichert, als wir diese 1500 Euro an Steuern und Gebühren für die Meilentickets überwiesen haben? Oder war das reines Glück?
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Das Kleingedruckte im Schein der Küchenlampe
Mein Mann – der Ingenieur, du kennst ihn – schläft schon längst. Er optimiert tagsüber Maschinen, aber nachts überlässt er die Optimierung unserer Familien-Sicherheit mir. Also habe ich mir diesen riesigen PDF-Ordner mit den Versicherungsbedingungen der Miles & More Gold Kreditkarte vorgenommen. Es ist wie eine Fremdsprache, ehrlich.
Wusstest du, dass die Reiserücktrittskostenversicherung bei der Goldkarte oft an den Karteneinsatz gebunden ist? Ich habe damals im Sommer 2024 einfach blind alles mit meiner Karte gezahlt, weil ich die Meilen wollte. Aber hätte ich das Ganze über das Basiskonto meines Mannes laufen lassen, wären wir bei einem Storno auf den 1500 Euro sitzen geblieben. Ein gruseliger Gedanke, wenn man bedenkt, wie schnell eines der Kinder vor dem Abflug Fieber bekommt.
Die Deckungssumme liegt bei vielen dieser Premium-Karten bei etwa 5000 EUR für die Reiserücktrittskosten. Das klingt viel, aber für eine vierköpfige Familie, die vielleicht noch ein teures Hotel in Kalifornien vorab bezahlt hat, ist das schneller weg, als man „Priority Boarding“ sagen kann. Ich habe mir jetzt fest vorgenommen, jede Buchung nur noch über meine Gold-Karte zu machen – sicher ist sicher.
Die Falle mit den „großen“ Kindern
Hier kommt etwas, das ich erst vor Kurzem in der Priority Meilen MasterClass gelernt habe und was mich echt schockiert hat. Unsere Kinder sind ja erst 8 und 10. Für uns ist die Welt noch in Ordnung. Aber die Standard-Versicherungen der meisten Kreditkarten – auch der Lufthansa-Karte – decken Familienmitglieder oft nur bis zum 25. Lebensjahr ab.
Stell dir vor, du planst in zehn Jahren diesen einen großen Trip, die Kinder studieren vielleicht noch oder sind gerade im ersten Job, und plötzlich sind sie auf der gemeinsamen Reise komplett ungeschützt, nur weil sie „zu alt“ für deinen Vertrag sind. Das ist so ein Detail, das man komplett übersieht, wenn man nur auf den Sign-up-Bonus schielt. Es lohnt sich also, das Alter im Blick zu behalten, bevor man den Companion Award für die ganze Truppe einlöst. Falls du noch ganz am Anfang stehst, schau dir mal an, wie man den Companion Award überhaupt nutzt.
Ein weiteres technisches Detail für uns Sammler: Das Meilenpooling. Wir nutzen das intensiv mit 2 Erwachsenen und bis zu 5 Kindern, was das Maximum bei Lufthansa ist. Es ist toll, dass die Meilen dank der Kreditkarte nicht nach den üblichen 36 Monaten verfallen, aber die Versicherung ist ein ganz anderes Biest als das Meilen-Sammeln.
Ein Beinahe-Fehler beim Mietwagen
An einem verregneten Sonntag im März saß ich an der Planung für unseren nächsten Trip. Ich hatte den Mietwagen schon fast im Warenkorb und wollte die Karte meines Mannes nutzen – er hat nur die ganz einfache Basis-Version ohne das Versicherungspaket. Im letzten Moment schoss mir ein Satz aus einem Blogpost durch den Kopf. Die Vollkaskoversicherung (CDW) der Miles & More Gold greift nur, wenn die Karte auch physisch zur Zahlung genutzt wurde.
Dieses sinkende Gefühl im Magen, als mir klar wurde, dass ich fast die CDW-Versicherung komplett verloren hätte, nur um sein Konto nicht zu belasten... Ich habe alles abgebrochen und neu über meine Karte gebucht. Mein Mann optimiert Maschinen, aber ich optimiere unsere Sicherheit – und unsere Nerven. Wer schon mal in den USA am Mietwagenschalter stand und versucht hat, die Versicherungs-Logik zu verstehen, weiß, wovon ich rede.
Ich habe mir mittlerweile eine kleine Checkliste in mein Moleskine geschrieben. Bevor ich „Buchen“ klicke, frage ich mich immer: Ist es meine Karte? Sind alle Mitreisenden unter 25? Deckt die Summe den Ernstfall? Es fühlt sich ein bisschen so an, als würde ich langsam vom Amateur zum Profi aufsteigen, auch wenn ich immer noch jedes Mal nervös bin, wenn ich eine Kreditkarte für eine vierstellige Summe belaste.
Vom Glückstreffer zur Strategie
Wenn ich an unseren ersten Erfolg denke – diese 280.000 Meilen für die Premium Economy nach SFO – dann war das viel Glück. Ich wusste kaum etwas über Versicherungsbedingungen oder den Vergleich zur Amex Platinum. Ich wollte einfach nur die Sitze mit mehr Beinfreiheit und diese kleinen Stoffservietten zum Abendessen an Bord.
Aber jetzt, kurz vor unserem nächsten Urlaub im Mai, fühle ich mich anders. Ich habe die MasterClass-Module durchgearbeitet und verstehe endlich, warum manche Buchungen „safe“ sind und andere riskant. Es geht nicht nur darum, Meilen durch Zeitschriftenabos zu generieren (obwohl das Sammeln mit Zeitschriften super für das Polster ist), sondern darum, was passiert, wenn die Reise nicht so läuft wie geplant.
Letzten Endes ist die Miles & More Gold Karte für uns als Familie in München mehr als nur ein Meilen-Beschleuniger. Sie ist mein kleiner Rettungsanker. Wenn ich in der Lufthansa Lounge B1 sitze – du weißt schon, die über den PriorityPass-Zugang der Karte – und meinen Espresso trinke, während die Kinder sich über die Gummibärchen hermachen, dann genieße ich das viel mehr, weil ich weiß, dass das Kleingedruckte diesmal auf unserer Seite ist.
Falls du auch dieses Gefühl von „Ich sammle zwar, aber ich habe keinen Plan“ loswerden willst, kann ich dir den Elite travelhacking BasiX Kurs ans Herz legen. Er hat mir geholfen, die ersten Schritte nach dem Sign-up-Bonus nicht ganz so planlos zu gehen wie ich 2022. Man muss nicht alles wissen, aber man sollte wissen, wo die Fallstricke liegen – besonders wenn man für eine ganze Familie verantwortlich ist.
Ich klappe mein Notizbuch jetzt zu. Die Bordkarten kleben fest, die Geschichten sind notiert und die nächste Buchung ist bereits mit der richtigen Versicherung im Hinterkopf geplant. Es ist nie zu spät, damit anzufangen, jedes Detail mitzuschreiben – und vielleicht fängst du ja auch bald an, deine Meilen-Erfolge mit ein bisschen Washi-Tape zu feiern.

