
Es ist fast Mitternacht hier in München-Giesing, das Haus ist endlich still, und ich sitze bei einer letzten Tasse Tee am Küchentisch. Vor mir liegt mein Notizbuch – dieses dicke, etwas abgegriffene Buch mit dem Leinenrücken. Ich streiche gerade über die Kante einer Bordkarte, die ich heute eingeklebt habe. Sie fühlt sich fast wie Pergament an, dieses typische Thermopapier von LH 454 nach San Francisco. Wenn ich die Augen schließe, rieche ich wieder diesen Mix aus Desinfektionsmittel und dem Duft von aufgewärmten Brötchen, den nur Langstreckenflüge haben.
Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision – für dich ändert sich am Preis absolut nichts. Ich teile hier nur Programme und Kurse, die uns als vierköpfige Familie wirklich geholfen haben, wie den /try/main Kurs, damit wir die 1.500 Euro Gebühren beim nächsten Mal nicht einfach so schlucken müssen. Ich habe alles selbst getestet, bevor ich es hier in mein digitales Tagebuch schreibe.
Warum ich als UX-Designerin plötzlich analog werde
Eigentlich ist mein ganzer Tag digital. Ich schiebe Pixel von links nach rechts, optimiere User Journeys und starre auf Bildschirme. Aber wenn es um unsere Reisen geht, brauche ich etwas zum Anfassen. Alles begann ja 2022 mit diesem Tipp einer Kollegin – du weißt schon, diese Lufthansa-Kreditkarte mit den 30.000 Meilen Bonus. Ich hatte absolut keinen Plan. Ich hab die Meilen gesammelt wie andere Leute Treuepunkte für Pfannen im Supermarkt. Zwei Jahre lang wusste ich nicht mal, was eine Bordkarte wert ist, wenn man sie mit Meilen bezahlt.
Im Sommer 2024 kam dann der große Moment: San Francisco. Vier Personen. Ich habe 280.000 Meilen auf den Kopf gehauen. Das war mein erster Sieg, aber auch mein größter Schock. Als ich die Bestätigung sah und da stand: „Zusätzlich 1.500 Euro Steuern und Gebühren“, dachte ich erst, das wäre ein Systemfehler. War es nicht. Das war die Realität für jemanden, der einfach nur auf „Buchen“ klickt, ohne die Regeln zu kennen. Genau deshalb habe ich angefangen, alles aufzuschreiben. Jede Route, jeden Sitzplatz, jeden Cent.
Das Protokoll von Sitz 32H: Emotionen statt Statistiken
In meinem Buch klebt jetzt die Karte von meinem Sohn. Er war damals acht. Auf der Rückseite habe ich notiert, wie er in der Premium Economy auf der A340-600 mit seinem blauen Reisekissen einschlief, noch bevor wir die Reisehöhe erreicht hatten. Wir saßen auf 32H und 32J. Weißt du, Premium Economy ist für uns als Familie dieser perfekte Sweetspot. Es ist nicht die Business Class, von der alle Influencer träumen – wir sind keine Travel-Blogger, wir sind eine Familie aus München, die hart für ihren Urlaub spart. Aber diese extra Beinfreiheit und die Tatsache, dass man nicht wie eine Sardine in der Economy klebt, war für uns der pure Luxus.
Ich erinnere mich noch an den Espresso in der Lufthansa Lounge B1. Wir sind da mit dem PriorityPass reingekommen, den ich über die Kreditkarte hatte. Es war total überfüllt. Wir mussten fast zehn Minuten suchen, bis wir vier Plätze zusammen gefunden haben. Mein Mann, der Ingenieur, hat schon leicht genervt auf die Uhr geschaut, aber dann gab es Kartoffelsalat und Würstchen für die Kinder, und die Welt war wieder in Ordnung. Diese kleinen Momente – das Kind mit dem Tomatensaft-Bart in der Lounge – das sind die Dinge, die ich neben die Meilenwerte schreibe. Wer mehr über unsere Erfahrungen vor Ort wissen will, kann mal in meine Tipps für San Francisco mit Kindern reinschauen.
Der 1.500-Euro-Fehler und wie ich ihn 2026 nicht mehr mache
Jetzt, Mitte Juni 2026, plane ich gerade unseren nächsten großen Trip für den Herbst. Wenn ich in mein Notizbuch zurückblättere zu der SFO-Buchung, sehe ich meine rot unterstrichene Notiz: „NIE WIEDER SO HOHE GEBÜHREN!“. Ich war damals so naiv. Ich dachte, Meilenflug heißt kostenlos. Dass man für vier Personen mal eben den Preis eines Kleinwagens an Gebühren draufzahlt, hat mich echt gewurmt. Ich hab mich wie eine UX-Designerin gefühlt, die ein Produkt entwirft, das am Ende niemand bedienen kann.
Ich hab dann angefangen zu recherchieren. Nicht in staubigen Foren, sondern gezielt. Ich bin über den /try/main Kurs gestolpert. Ehrlich gesagt, die 89 Euro (das war so ein Frühbucher-Ding) waren die beste Investition seit Langem. Plötzlich habe ich verstanden, dass man die Passenger Name Record (PNR) auch so gestalten kann, dass man Gebühren spart, indem man zum Beispiel andere Airlines im Verbund nutzt oder geschickter umsteigt. Es ist wie Puzzeln für Fortgeschrittene. Wenn man wie wir Prämienflüge in den Schulferien für 4 Personen sucht, braucht man diese Abkürzungen einfach.
Kleine Beobachtungen: Die Stoffserviette und das Glück
In meinem Notizbuch klebt sogar eine Stoffserviette. Ja, ich weiß, das klingt total verrückt. Aber in der Premium Economy gab es das Essen auf richtigem Porzellan und mit Stoffservietten. Für meine Kinder war das der Moment, in dem sie sich wie Könige gefühlt haben. Mein Mann hat nur geschmunzelt, aber ich hab gesehen, wie er seinen Sitz noch ein Stück weiter nach hinten gestellt hat und zum ersten Mal seit Langem im Flugzeug richtig tief durchgeatmet hat. Kein Stress wegen der Arbeit, kein Termindruck – nur wir vier auf dem Weg über den Atlantik.
Natürlich klappt nicht immer alles. Letzten Monat wollten wir für einen Kurztrip die Lounge in München nutzen, aber sie war wegen einer technischen Störung komplett gesperrt. Da standen wir dann mit unseren zwei Kindern und den Erwartungen am Gate. Solche Momente kommen auch ins Buch. „Lounge-Fail MUC“ steht da in großen Buchstaben. Es gehört dazu. Meilen sammeln ist kein perfektes Instagram-Life, es ist ein Hobby, das Geduld erfordert. Besonders wenn man zu spät angefangen hat, so wie ich.
Mein Rat an dich (von Freundin zu Freundin)
Wenn du auch dieses Notizbuch anfangen willst – und ich kann es dir nur empfehlen, es ist so viel schöner als jede Excel-Tabelle –, dann fang nicht mit dem Ziel „First Class“ an. Das ist für uns Familien oft total unrealistisch. Such dir den Sweetspot. Schau dir an, wie du entspannt durch den Flughafen kommst. Ich habe dazu mal meine Erfahrungen zum Lufthansa Lounge Zugang mit Kindern aufgeschrieben. Es sind diese kleinen Upgrades, die den Unterschied machen.
Und bitte, mach nicht den gleichen Fehler wie ich und zahle 1.500 Euro Gebühren, nur weil du nicht weißt, wie man das System clever nutzt. Wenn du wirklich ernsthaft einsteigen willst, ohne hunderte Stunden zu verschwenden, schau dir den /try/main Kurs an. Die 89 Euro hast du bei der ersten gesparten Gebühr schon dreimal wieder drin. Es ist wie eine Versicherung gegen teure Buchungsfehler.
Ich klappe mein Buch jetzt zu. Morgen früh um sieben geht der Wecker, der normale Wahnsinn zwischen Frühstücksdosen und Designer-Meetings ruft. Aber in meinem Kopf fliege ich schon wieder. Vielleicht diesmal Richtung Osten? Die nächste Bordkarte wartet schon darauf, eine Geschichte zu erzählen.

