Bordkarten Tagebuch

Meilen sammeln mit Mietwagen für den Familienurlaub: So klappt die Gutschrift

Meilen sammeln mit Mietwagen für den Familienurlaub: So klappt die Gutschrift

Es ist spät abends am Küchentisch in München — das Haus ist endlich still, die Kinder schlafen und ich starre auf die Buchungsmaske für unseren Mietwagen in den Osterferien. Draußen ist es dunkel, nur das kleine Licht über dem Herd brennt noch. Kennst du das, wenn du dich durch hunderte Optionen klickst und verzweifelt das Feld für die Servicekartennummer suchst? Ich habe mich mal wieder gefragt, warum die Autovermieter dieses Feld so gut verstecken — fast so, als wollten sie gar nicht, dass wir unsere Meilen bekommen.

Seit unserem großen Erfolg im Sommer 2024, als wir mit 280.000 Meilen in der Premium Economy nach San Francisco geflogen sind (FRA-SFO, LH 454, ich saß auf 32H und beobachtete, wie das Kind neben mir mit dem Reisekissen einschlief), bin ich im Meilen-Fieber. Damals haben uns die 1.500 Euro Steuern und Gebühren zwar kurz schlucken lassen, aber das Gefühl, eine Klasse über der Economy zu sitzen, war es wert. Seitdem sammle ich jede Bordkarte in meinem Notizbuch und schreibe alles auf. Auch die vermeintlich kleinen Dinge — wie eben den Mietwagen.

Warum Mietwagen die unterschätzte Meilen-Quelle für Familien sind

Früher habe ich den Mietwagen einfach irgendwo gebucht, wo er am billigsten war. Meistens über ein Vergleichsportal, schnell zwischendurch. Aber seit ich mein Notizbuch führe, weiß ich: Mietwagen sind die Geheimwaffe, um das Meilenkonto stetig zu füttern, ohne dass man dafür extra Geld ausgeben muss. Es ist wie beim Wocheneinkauf — Kleinvieh macht auch Mist, und bei einer vierköpfigen Familie summiert sich das Kleinvieh ziemlich schnell.

Mitte Oktober saß ich an der Planung für das nächste Jahr. Wenn wir als vier Personen verreisen, brauchen wir meistens einen Kombi oder einen kleinen SUV — allein wegen der Koffer. Da kommen schnell ein paar hundert Euro zusammen. Wenn man dann weiß, dass die Standard-Basisgutschrift pro Anmietung bei Miles & More Partnern wie Avis, Hertz oder Sixt meistens bei 500 Meilen liegt, fängt man an zu rechnen. Das ist fast so viel, wie man für einen innerdeutschen Flug in den günstigen Buchungsklassen bekommt.

Der Buchungs-Dschungel: Portale vs. Direktbuchung

Hier kommt der erste Stolperstein, über den ich am Anfang oft gestolpert bin: Mietwagenbuchungen über Drittanbieter-Vergleichsportale sind oft nicht meilenfähig. Ich habe das schmerzlich gelernt, als ich nach einem Trip die Meilen nachfordern wollte und nur eine kühle E-Mail zurückkam: „Tarif nicht meilenfähig“. Seitdem buche ich fast nur noch direkt bei den Partnern.

Ein verregneter Sonntag im November war mein „Heureka-Moment“. Ich habe herausgefunden, dass man oft viel mehr als die 500 Meilen bekommt, wenn man die richtigen Aktionscodes (CDP) nutzt. Aber — und das ist wichtig — man muss die Miles & More Nummer direkt bei der Reservierung hinterlegen. Nicht erst am Schalter, wenn die Kinder quengeln und der Mitarbeiter genervt ist. Das Profil muss stehen. Wenn der Mitarbeiter am Schalter dann nur wortlos nickt, weil alles schon im System ist, habe ich dieses kurze Gefühl von Triumph. Ein kleiner Sieg gegen die Reise-Bürokratie.

Manchmal lohnt es sich auch, über das Miles & More Online-Shopping-Portal zu gehen. Da gibt es oft Aktionen mit 4-fachen oder 5-fachen Meilen. Das ist der Moment, in dem ich meinen Mann anrufe (der meistens gerade zwischen zwei Konferenz-Terminen steckt) und sage: „Wir buchen jetzt den Mietwagen, es gibt gerade 2.500 Meilen!“ Er lacht dann immer, aber er weiß genau, dass uns diese Meilen irgendwann das nächste Upgrade bescheren.

Das Kleingedruckte: Name und Kreditkarte

Was ich auch lernen musste: Der Name des Hauptfahrers muss zwingend mit dem Inhaber der Meilenkarte übereinstimmen. Da mein Mann oft fährt, ich aber die „Meilen-Managerin“ der Familie bin, müssen wir da genau aufpassen. Zum Glück nutzen wir das Miles Pooling, aber die Gutschrift muss erst mal auf dem richtigen Konto landen. Wenn ich buche und er fährt, gehen wir leer aus. Das steht in keinem Hochglanz-Prospekt, das lernt man nur durch Ausprobieren (und Ärgern).

Und dann ist da noch die Sache mit dem „Double Dipping“. Ich zahle den Mietwagen natürlich mit meiner Miles & More Kreditkarte. Die Sammelrate der Miles & More Kreditkarte für Privatkunden liegt bei 1 Meile pro 2 Euro. Wenn der Wagen also 400 Euro kostet, bekomme ich 200 Meilen über die Kreditkarte und zusätzlich die 500 Meilen (oder mehr bei Aktionen) vom Vermieter selbst. Es fühlt sich ein bisschen wie Schokostreusel auf dem Eis an — nicht lebensnotwendig, aber es macht die Sache viel besser.

Falls du dich fragst, welche Karte für euch am besten passt, ich habe mir dazu mal Gedanken gemacht, als wir überlegt haben, ob die Amex Platinum oder Lufthansa Kreditkarte für uns als Familie sinnvoller ist. Spoiler: Für das reine Meilensammeln beim Mietwagen ist die LH-Karte oft unkomplizierter.

Wenn die Meilen fehlen: Das Notizbuch-System

Während der Osterfeiertage waren wir unterwegs. Alles lief super, der Wagen war sauber, die Kinder hatten genug Platz. Aber etwa drei Wochen nach der Rückreise war auf meinem Meilenkonto: nichts. Gähnende Leere. Das ist der Moment, in dem mein Notizbuch zum Einsatz kommt. Ich klebe das Thermopapier der Mietquittung immer direkt ein. Warum? Weil dieses Papier nach drei Monaten im Handschuhfach verblasst ist und man nichts mehr lesen kann.

Ich saß also da, das leise Kratzen meines Füllers im Notizbuch, während ich die 11-stellige Servicekartennummer neben den eingeklebten Beleg schrieb. Man hat meistens einen Zeitraum für die nachträgliche Meilengutschrift von 6 Monaten. Danach ist Schluss. Ich habe das Online-Formular zur Nacherfassung ausgefüllt — eine Arbeit für jemanden, der Vater und Mutter erschlagen hat, aber es muss sein.

Mein Tipp für die Nacherfassung:

Es ist kein Glamour, dieses Ausfüllen von Formularen. Es ist die harte Arbeit hinter den Kulissen, damit wir irgendwann wieder entspannt in der Lufthansa Lounge mit den Kindern sitzen können, bevor es in den Flieger geht. Übrigens: In der LH Lounge B1 in Frankfurt komme ich mit meinem PriorityPass (der bei meiner Karte dabei war) zwar nicht rein, aber es gibt dort andere Optionen, die ich in meinem Notizbuch vermerkt habe.

Die ehrliche Wahrheit: Manchmal ist Cashback besser

Jetzt kommt der Teil, den dir kein Meilen-Optimierer gerne sagt, aber ich bin ja keine Influencerin, sondern eine Mutter, die auf das Urlaubsbudget schaut. Es gibt Momente, da verzichte ich bewusst auf die Meilen. Das klingt wie Verrat, oder? Aber ich habe gelernt: Statt bei der Buchung mühsam 500 Meilen zu sammeln, ist es oft lukrativer, auf die Meilengutschrift zu verzichten und stattdessen über Cashback-Portale deutlich höhere Rabatte für die Mietwagenbuchung zu sichern.

Wenn ich über ein Cashback-Portal 10% Rabatt auf eine 600-Euro-Buchung bekomme, sind das 60 Euro gespartes Geld. Die 500 Meilen, die ich stattdessen bekäme, haben einen rechnerischen Wert von vielleicht 5 bis 7 Euro (je nachdem, wie man sie einlöst). In solchen Fällen siegt die bayerische Sparsamkeit über die Sammelleidenschaft. Ich schreibe das dann trotzdem in mein Notizbuch: „Heute 60 Euro gespart — wandert direkt in die Urlaubskasse für Eis am Strand“.

Man muss flexibel bleiben. Travel Hacking bedeutet für mich nicht, blind jeder Meile hinterherzulaufen, sondern das Beste für die Familie rauszuholen. Manchmal sind das Meilen für den nächsten Flug nach San Francisco, und manchmal ist es schlichtweg Bargeld, das wir woanders ausgeben können.

Fazit aus meinem Notizbuch

Ein Blick in mein Tagebuch zeigt: Die Gutschrift von 2.500 Meilen aus der Oster-Promotion ist letzte Woche endlich aufgetaucht. Es ist kein riesiger Sprung, aber es ist der Treibstoff für das nächste Upgrade der Kinder. Wenn ich sehe, wie stolz sie mit ihren eigenen kleinen Trolleys zum Gate marschieren, weiß ich, warum ich mir die Mühe mache.

Mietwagen-Meilen sind ein Marathon, kein Sprint. Man muss die Regeln kennen (Direktbuchung, Name des Fahrers, 6-Monate-Frist) und man muss wissen, wann man besser zum Cashback greift. Wenn du gerade erst anfängst, lass dich nicht stressen. Ich habe auch zwei Jahre lang planlos gesammelt, bevor ich verstanden habe, wie der Hase läuft. Fang einfach mit der nächsten Buchung an — und vergiss nicht, den Beleg abzufotografieren oder einzukleben!

Vielleicht sehen wir uns ja mal in einer Lounge — ich bin die mit dem dicken Notizbuch und dem leicht verwunderten Blick, die sich freut, dass der Espresso tatsächlich inklusive ist.