Bordkarten Tagebuch

Meilen sammeln mit Versicherungswechsel und Stromanbietern für Familienflüge

Meilen sammeln mit Versicherungswechsel und Stromanbietern für Familienflüge

Spät am Abend am Küchentisch in München — das Haus ist endlich still. Vor mir liegt mein Notizbuch, dieses dicke mit dem blauen Leineneinband, in dem ich seit unserem Flug nach San Francisco jeden Meilen-Erfolg akribisch festhalte. Es ist schon fast ein Ritual geworden: Wenn die Kinder schlafen und mein Mann noch über seinen Konstruktionsplänen brütet, schlage ich die Seite mit dem Vattenfall-Eintrag auf. Es fühlt sich fast ein bisschen wie schummeln an, aber auf die gute Art.

Ich erinnere mich noch genau an den Moment in der Lufthansa Lounge B1, kurz vor unserem Flug LH 454 nach SFO. Ich saß da mit meinem Espresso, blickte auf das Treiben auf dem Rollfeld und dachte an die 280000 Meilen, die wir für unsere vier Premium Economy Tickets auf den Tisch gelegt hatten. Und an die etwa 1500 Euro Steuern und Gebühren, die trotzdem noch fällig waren. Es war unser erster großer Meilen-Sieg — Sitz 32H in der A340-600, die Kinder, die endlich mal genug Platz hatten und nicht ständig gegen den Vordersitz traten.

Aber nach der Reise kam die Ernüchterung. Mein Meilenkonto war so leer wie der Kühlschrank nach einem langen Wochenende. Um uns vier wieder gemeinsam in die Luft zu bekommen, würden die paar Punkte vom Wocheneinkauf oder die Amex Punkte zu Miles and More übertragen über Payback für Familienflüge allein nicht reichen. Wir mussten an die großen Brocken ran — die Fixkosten, die sowieso jeden Monat vom Konto abgehen.

Der 30. November und das Ende der blind gezahlten Grundversorgung

Letzten Herbst, Ende November, saß ich genau hier und hielt die Erhöhung unserer Kfz-Versicherung in der Hand. In Deutschland ist der 30. November ja fast schon ein heiliges Datum — der Stichtag, an dem man seine Autoversicherung kündigen kann. Früher habe ich das einfach abgeheftet. Aber dieses Mal war ich vorbereitet. Ich dachte an die Jahre zurück, in denen ich blind den Grundversorgungstarif bezahlt habe, während andere dafür nach New York geflogen sind.

Notizbuch mit Eintrag zur Kfz-Versicherung und dem Stichtag 30. November.

Es ist dieser klassische Moment: Man merkt, dass man Geld aus dem Fenster wirft und gleichzeitig die Chance auf den nächsten Urlaub liegen lässt. Wir zahlen diese Rechnungen sowieso. Warum also nicht den Umweg über ein Meilen-Partnerportal nehmen? Ich habe gezielt nach Versicherungen gesucht, die einen Abschluss-Bonus bei Miles & More bieten. Oft sind das Aktionen, bei denen es 1.500 oder sogar 5.000 Meilen für einen Wechsel gibt.

Ich habe mich durch die Formulare geklickt, die Fahrgestellnummer gesucht und mich über die Versicherungsteuer von 19 Prozent geärgert, die auf der Rechnung stand. Aber am Ende stand da die Bestätigung. Ein einziger Wechsel, vielleicht 20 Minuten Arbeit, und das Konto füllte sich langsam wieder. Es ist kein Sprint, es ist ein Marathon — aber einer, bei dem man zwischendurch ein kühles Getränk in der Lounge serviert bekommt.

Stromfresser und Meilenbringer: 4000 kWh für das Punktekonto

Nach der Versicherung war der Strom dran. Wir verbrauchen zu viert in unserem Haus in München etwa 4000 kWh im Jahr. Das ist der typische Richtwert für eine Familie, und wenn man das mal hochrechnet, ist das ein riesiger Hebel. Kurz vor dem Jahreswechsel habe ich mich an den Wechsel des Stromanbieters gewagt. Es gibt diese Portale, die regelmäßig Aktionen fahren, bei denen man pro verbrauchter Kilowattstunde Meilen sammelt oder einen dicken Willkommensbonus bekommt.

Ein digitaler Stromzähler in einem modernen Familienhaus.

Ich weiß noch, wie skeptisch mein Mann war. "Kostet das nicht am Ende mehr?", hat er gefragt, während er die Kinder ins Bett brachte. Und genau da liegt der Hund begraben. Man darf sich nicht von den glitzernden Meilenzahlen blenden lassen. Ich habe zwei Stunden lang Tarife verglichen. Es ist ein bisschen wie bei der Sitzplatzwahl in der Premium Economy — man muss genau hinschauen, ob man wirklich den Mehrwert bekommt, den man sich erhofft.

Der Moment, in dem ich die fünfstellige Meilenzahl neben das Wort 'Vattenfall' in mein Notizbuch eintrage, war fast schon meditativ. Das leise Kratzen meines Füllers auf dem Papier — 12.000 Meilen für einen Vertrag, den ich sowieso brauche. Das ist fast die Hälfte von dem, was wir damals für einen One-Way-Flug in der Premium Economy pro Person gebraucht haben. Und das Beste? Ich musste dafür nicht mehr Geld ausgeben als im alten Tarif.

Die Meilenfalle: Warum die höchste Prämie nicht immer gewinnt

Jetzt kommt aber der Punkt, den ich auf die harte Tour gelernt habe. Der Wechsel zu Anbietern mit den höchsten Meilenboni ist für Familien oft eine Falle. Ich hätte fast einen Vertrag unterschrieben, der zwar 20.000 Meilen versprochen hätte, aber der Arbeitspreis pro kWh war so hoch, dass wir über die zwei Jahre Laufzeit fast 400 Euro mehr gezahlt hätten als beim günstigsten Anbieter ohne Meilen. Das ist die Rechnung, die man machen muss.

Handgeschriebener Eintrag im Meilen-Notizbuch für einen Stromwechsel.

Man muss sich fragen: Was ist mir eine Meile wert? Wenn die Ersparnis bei den Flugkosten rechnerisch sofort durch den teureren Basistarif wieder zunichtegemacht wird, dann lohnt es sich nicht. Ich bin dann doch bei einem Anbieter gelandet, der vielleicht weniger Meilen bot, aber dessen Grundpreis fair war. Es geht darum, das System zu nutzen, ohne sich ausnutzen zu lassen. Wir sind schließlich keine Millionäre, wir sind eine Familie mit zwei Kindern, die einfach nur einmal im Jahr entspannt in den Urlaub fliegen will.

Es gab auch Momente, in denen es nicht geklappt hat. Mitte März wartete ich sehnsüchtig auf die Gutschrift meiner Kfz-Meilen. Nichts. Ich habe drei E-Mails geschrieben, die Hotline angerufen — am Ende lag es an einem Tippfehler in meiner Servicekartennummer. Das sind die Details, die einen wahnsinnig machen können. Man muss dranbleiben, sonst verpufft der ganze Aufwand im digitalen Nirgendwo.

Das Gefühl, wenn die Fixkosten den Urlaub finanzieren

Vor etwa zwei Wochen habe ich wieder in mein Konto geschaut. Die Meilen aus dem Stromwechsel und der Versicherung sind endlich da. Es ist ein tolles Gefühl von Kontrolle. Wenn ich sehe, wie der Kontostand wächst, ohne dass ich zusätzlich konsumiert habe, dann weiß ich, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir sparen jetzt auf den nächsten Trip — vielleicht wieder USA, vielleicht auch mal Asien.

Ich denke oft an meinen ersten Sign-Up-Bonus von 30000 Meilen zurück, den ich 2022 nach der Empfehlung einer Kollegin bekommen habe. Damals hatte ich keine Ahnung, was ich damit anfangen soll. Heute weiß ich, dass diese Meilen die Grundlage für Dinge sind, die wir uns sonst vielleicht nicht leisten würden. Wie die zwei Koffer à 23 Kilogramm Freigepäck in der Premium Economy, die uns den Stress beim Packen für die Kinder massiv reduzieren.

Manchmal frage ich mich, ob wir mit all dem Sammeln irgendwann den nächsten Schritt gehen sollten. Ich habe neulich darüber nachgedacht, ob sich der Aufwand für einen Status lohnen würde, besonders wenn wir öfter fliegen. Ich habe dazu mal meine Gedanken aufgeschrieben, ob und wann der Miles and More Frequent Traveller Status für Familienreisen wirklich einen Unterschied macht, wenn man mit Kindern in der Lounge steht und hofft, dass es nicht zu voll ist.

Jetzt klappe ich mein Notizbuch erst einmal zu. Morgen früh um sieben geht der Wahnsinn wieder los — Pausenbrote schmieren, Schulranzen suchen. Aber in meinem Kopf plane ich schon den nächsten Flug. Finanziert durch Strom und Versicherungen. Wer hätte gedacht, dass Hausarbeit so viel Spaß machen kann?