
Es ist dieser eine Moment spätabends am Küchentisch in München, wenn die Kinder endlich schlafen und nur noch das leise Summen des Kühlschranks zu hören ist. Vor mir liegt mein blaues Notizbuch, daneben ein furchtbar teurer Espresso, den ich mir eigentlich hätte sparen sollen. Ich starre auf die Zahlen in meinem American Express Konto und dann auf die Wunschliste für unseren nächsten Sommerurlaub. Es war eines Abends im letzten November, als mir klar wurde: Wenn wir als vierköpfige Familie jemals wieder in den Genuss dieser breiteren Sitze kommen wollen, ohne unser Erspartes komplett auf den Kopf zu hauen, muss ich dieses Spiel mit den Punkten endlich verstehen.
Der Küchentisch-Moment: Warum der direkte Weg nicht existiert
Vielleicht geht es dir wie mir am Anfang: Ich dachte, man klickt einfach auf 'Übertragen' und zack, landen die Amex Punkte bei Lufthansa. Aber Pustekuchen. Als UX-Designerin liebe ich eigentlich einfache User Journeys, aber diese hier ist eher ein kleiner Hindernislauf. Es gibt keinen direkten Button für Miles & More. Wer Lufthansa fliegen will, muss den Umweg über Payback nehmen. Das klingt im ersten Moment nach Hausfrauenausweisen und Rabattmarken an der Supermarktkasse, ist aber für uns Familien in Deutschland tatsächlich der einzige Hebel, um die Membership Rewards Punkte sinnvoll in das Meilenkonto zu schaufeln.
Ich saß also da und zeichnete mir die Umrechnungstabellen in mein Notizbuch. Das leise Kratzen meines Kugelschreibers auf dem Papier beruhigt mich seltsamerweise immer, wenn die Zahlen im Kopf zu viel werden. Die Grundregel ist simpel, aber man muss sie einmal verinnerlicht haben: Du tauscht deine Amex Punkte im Verhältnis 2 zu 1 in Payback-Punkte um. Und diese Payback-Punkte landen dann 1 zu 1 bei Miles & More. Klingt nach Verlust? Ein bisschen schon. Aber wenn man bedenkt, dass man Amex Punkte fast überall sammelt, läppert sich das eben doch zusammen.
Die grauen Januartage und das Warten auf den richtigen Moment
Während der grauen Januartage, als wir in München sowieso nur von Matschschnee und dem nächsten Urlaub träumten, fing ich an, die Konten zu verknüpfen. Das ist so ein Moment, in dem man sich kurz wie eine Hackerin fühlt, obwohl man nur zwei Passwörter eingibt. Ich habe gelernt, dass man mindestens 200 Payback-Punkte braucht, um überhaupt einen Transfer zu Miles & More zu starten. Aber das Ziel war viel größer: Wir brauchten wieder diese 280.000 Meilen für vier Premium Economy Tickets, genau wie bei unserem Trip FRA-SFO LH 454 auf Sitz 32H.
Mein Mann, der Maschinenbauingenieur, ist bei solchen Dingen ja immer skeptisch. 'Lohnt sich das wirklich, wenn wir am Ende wieder 1500 Euro Steuern und Gebühren obendrauf zahlen?', fragte er, während er die Kinder für die Schule fertig machte. Und er hat recht. Das ist die kleine Wahrheit, die in den Hochglanz-Broschüren oft fehlt. Der Umweg über Payback ist für uns Familien oft ineffizient, weil die hohen Zuzahlungen bei Miles & More den reinen Punktewert fast wieder auffressen. Aber das Gefühl, in der Lufthansa Lounge B1 zu sitzen – dank der Amex Platinum und dem Priority Pass – und zu wissen, dass der Flug selbst durch 'Alltagseinkäufe' bezahlt wurde, ist für mich unbezahlbar. Falls du dich fragst, wie man überhaupt erst einmal die Basis schafft, habe ich neulich darüber geschrieben, wie man mit der Lufthansa Miles and More Kreditkarte als Familie startet.
Die mechanische Präzision des Punktetransfers
Kurz vor den Osterferien war es dann soweit. Mein Amex-Konto war prall gefüllt, aber ich hielt die Füße still. Warum? Weil ich auf den Transferbonus wartete. Es gibt diese magischen Wochen im Jahr, in denen Payback und Miles & More gemeinsame Sache machen. Meistens gibt es dann einen Transferbonus von 25 Prozent. Das bedeutet: Aus meinen mühsam gesammelten Punkten werden plötzlich ein Viertel mehr Meilen, einfach nur durch Warten.
In dieser Phase habe ich fast täglich mein Notizbuch gezückt. Ich notierte mir: 'Punkte bei Amex: Check. Payback-Konto bereit: Check.' Es ist wie bei einem UX-Projekt – die Vorbereitung ist alles. Ich habe auch angefangen, beim wöchentlichen Familieneinkauf noch gezielter auf Coupons zu achten. Wenn man sowieso schon Windeln, Bio-Äpfel und Schulhefte kauft, kann man die Punkte auch gleich mitnehmen. Ich habe dazu ein paar Tipps für den wöchentlichen Familieneinkauf gesammelt, die mir geholfen haben, das Meilenkonto schneller zu füllen, ohne mehr Geld auszugeben.
Der Wendepunkt Anfang Juni: Wenn aus Punkten Träume werden
Anfang Juni war es dann endlich soweit. Die Aktion startete. Ich saß am Laptop, die Kinder stritten sich im Hintergrund um ein Lego-Teil, und ich hatte diesen einen Tab offen: 'Punkte umwandeln'. Die kurze Unsicherheit beim Klicken auf 'Jetzt übertragen', ob die Punkte wirklich innerhalb der nächsten Tage auf dem Meilenkonto erscheinen, war fast körperlich spürbar. Was, wenn ich einen Zahlendreher drin habe? Was, wenn das System abstürzt?
Aber es hat funktioniert. Innerhalb von drei Tagen wanderten die Punkte von Amex zu Payback und von dort – mit dem 25 Prozent Bonus – direkt zu Miles & More. Plötzlich standen da nicht mehr nur kleine Zahlen, sondern ein Betrag, der für vier Langstrecken-Tickets reichte. Es ist dieses Gefühl von Freiheit, das man bekommt, wenn man das System für sich nutzt, ohne eine Travel-Bloggerin zu sein. Ich bin einfach nur eine Mutter, die gerne gut reist und spät angefangen hat, die Details mitzuschreiben.
Die bittere Pille und das Einkleben der neuen Bordkarten
Natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt. Als ich die Buchung für unseren nächsten Trip abschloss, wurden wieder diese etwa 1500 Euro Steuern und Gebühren fällig. Das ist der Moment, in dem man kurz schluckt. In der Zeit, in der man die Meilen sammelt, vergisst man oft, dass Lufthansa sich die Gebühren für Kerosin und Flughäfen teuer bezahlen lässt. Manchmal frage ich mich, ob eine Direktbuchung über das Amex Travel Portal nicht stressfreier gewesen wäre, aber dann denke ich an das Kind, das in der Premium Economy mit dem Reisekissen einschlief, und weiß: Das ist es wert.
Gestern habe ich den Ausdruck der neuen Buchungsbestätigung in mein Notizbuch geklebt. Es ist kein schöner Hochglanz-Flyer, sondern nur ein schlichtes A4-Blatt mit vielen Codes und Sitzplatznummern. Aber dahinter steckt die Geschichte eines ganzen Jahres, in dem ich Punkte wie Murmeln gesammelt habe. Falls du auch gerade erst anfängst und dich fragst, wie du die Meilen noch schneller zusammenbekommst, schau dir mal an, wie man Meilen mit Mietwagen für den Familienurlaub sammelt – das hat uns bei der letzten Reise nach San Francisco noch mal einen ordentlichen Schub gegeben.
Jetzt sitze ich hier, trinke meinen abgekühlten Espresso und plane schon den nächsten Besuch in der Lounge. Es wird wieder die B1 sein, wahrscheinlich wieder mit leichtem Chaos beim Boarding und der Frage, ob wir alle vier nebeneinander sitzen. Aber das gehört dazu. Das Sammeln ist kein Sprint, es ist ein Marathon mit Kindern im Schlepptau. Und während ich die letzte Seite meines Tagebuchs umblättere, weiß ich: Der nächste Transfer kommt bestimmt, und ich werde wieder mit meinem Kugelschreiber am Küchentisch sitzen und rechnen.


