Bordkarten Tagebuch

Warum die Miles and More Kreditkarte Partnerkarte für Ehepartner sinnvoll ist

Warum die Miles and More Kreditkarte Partnerkarte für Ehepartner sinnvoll ist

Es regnet in München – dieser typische, graue Nieselregen, der einen dazu zwingt, es sich in der Küche mit einem zweiten Espresso gemütlich zu machen. Vor mir liegt mein abgegriffenes Notizbuch, in das ich seit unserem San-Francisco-Trip im Sommer 2024 jede einzelne Meilen-Bewegung eintrage. Wenn ich die Seite mit dem Flug LH 454 aufschlage, sehe ich noch genau das kleine Eselsohr an der Bordkarte von Sitz 32H. Das war der Moment, in dem meine Tochter in der Premium Economy mit ihrem flauschigen Reisekissen einschlief, während wir über den Atlantik glitten. 280.000 Meilen hat uns dieser Erfolg für vier Personen gekostet, plus etwa 1500 Euro Steuern und Gebühren. Ein stolzer Preis, aber für uns als Familie war es der Beweis: Das System funktioniert, auch wenn man wie ich erst 2022 spät damit angefangen hat.

Der Moment der Erkenntnis am Küchentisch

An einem dieser verregneten Samstage im letzten November saß ich hier und rechnete. Mein Mann, der als Maschinenbauingenieur oft im Baumarkt verschwindet oder teures Spezialwerkzeug bestellt, zahlte bisher alles ganz brav mit seiner normalen Debitkarte seiner Hausbank. Ich sah ihn an und dachte mir: Da fließen gerade tausende Meilen einfach so den Abfluss hinunter. Während ich um jede Meile kämpfte, ignorierte er sie völlig. Es fühlte sich an, als würde ich versuchen, ein Schwimmbecken mit einem Teelöffel zu füllen, während er den Gartenschlauch daneben hält, ohne ihn anzuschalten.

Ich fühlte mich fast ein bisschen schlecht, dass ich so lange gewartet hatte. In meinem Kopf war die Kreditkarte immer mein „Projekt“ gewesen. Aber die Wahrheit ist: Wenn man als Familie wirklich nennenswerte Beträge für den nächsten Urlaub zusammenbekommen will, muss man als Team spielen. Also habe ich mich hingesetzt und die Partnerkarte für ihn beantragt. Das war der Moment, in dem ich in meinem Notizbuch das Wort „Solo“ dick durchgestrichen und „Team“ daneben geschrieben habe – das Kratzen des Kugelschreibers auf dem Papier war seltsam befriedigend.

Hand schreibt das Wort Team in ein Notizbuch neben einer goldenen Kreditkarte

Warum die Partnerkarte für uns der Gamechanger war

Der wichtigste Punkt ist die Einfachheit. Bei der Miles & More Gold Credit Card kostet die Partnerkarte 65 EUR im Jahr. Das klingt erst mal nach einer weiteren Gebühr auf der Liste, aber der Clou ist: Die Meilen, die er sammelt, landen direkt auf meinem Konto. Kein kompliziertes Hin- und Herspringen, kein Meilen-Pooling, das man ständig im Blick behalten muss. Es ist wie ein gemeinsames Sparkonto, nur dass man es durch Wocheneinkäufe beim Rewe und die neue Bohrmaschine füllt.

Wir sammeln bei der privaten Karte 1 Meile pro 2 EUR Umsatz. Das klingt erst mal wenig, aber wenn man bedenkt, was ein vierköpfiger Haushalt in München so ausgibt... da kommt in ein paar Monaten einiges zusammen. Ich erinnere mich noch an eine Situation im frühen Frühjahr, als die erste gemeinsame Abrechnung kam. Ich saß am Laptop und traute meinen Augen kaum. Unser monatlicher Zuwachs hatte sich fast verdoppelt, ohne dass wir einen einzigen Euro mehr ausgegeben hatten als sonst. Wir haben einfach nur die Bezahlmethode geändert.

Ein weiterer, oft unterschätzter Vorteil ist der Meilenschutz. Solange man die Kreditkarte besitzt (und das gilt auch für die Partnerkarte), verfallen die Meilen nicht, sofern man sie mindestens 3 Monate hält und für qualifizierende Umsätze nutzt. Das gibt mir diese unglaubliche Ruhe. Ich muss nicht panisch nach einem Worldshop-Gutschein suchen, nur weil ein paar Meilen abzulaufen drohen. Wir können in Ruhe auf das nächste große Ziel sparen, vielleicht wieder Premium Economy nach Asien oder noch mal in die USA.

Nicht alles war perfekt: Der steinige Weg zum Team-Sammeln

Natürlich lief nicht alles glatt. Ich weiß noch, wie ich einmal verzweifelt versuchte, die Karten in der App richtig zu verknüpfen und dabei fast die Nerven verlor. Meine Miles and More Hotline Erfahrungen waren damals eher durchwachsen, weil ich ewig in der Warteschleife hing, nur um zu erfahren, dass ich ein Formular übersehen hatte. Das ist dieser Teil vom Meilen-Sammeln, den niemand in den Hochglanz-Werbungen erwähnt: Man braucht manchmal die Geduld eines Zen-Meisters.

Und dann war da die Umgewöhnung für meinen Mann. Er ist Ingenieur, er mag Logik. „Warum soll ich jetzt mit der goldenen Karte zahlen, wenn die andere auch geht?“, fragte er anfangs. Es hat ein paar Wochen gedauert, bis es Routine wurde. Einmal standen wir an der Kasse und er zog aus Gewohnheit wieder die alte Karte. Ich habe ihn nur sanft angeschaut und er meinte grinsend: „Ach ja, die Meilen...“ Inzwischen ist es für ihn ganz normal. Er weiß, dass jeder Einkauf uns ein Stück näher an den nächsten entspannten Flug bringt, weg von den engen Sitzen in der Economy, wo man nach zehn Stunden das Gefühl hat, man sei um fünf Jahre gealtert.

Laptop mit Miles and More Kontostand und Brille auf einem Tisch

Wann die Partnerkarte ein finanzieller Fehler ist

Hier muss ich aber ehrlich sein, denn ich bin keine Influencerin, die euch alles aufschwatzen will. Die Partnerkarte ist nicht für jeden sinnvoll. Wenn dein Partner oder deine Partnerin kaum eigene Ausgaben hat oder die Karte nur einmal im Monat für einen Kaffee nutzt, dann rechtfertigen die gesammelten Meilen die 65 EUR Jahresgebühr schlichtweg nicht. Man muss schon einen gewissen Grundumsatz haben, damit sich das rechnet.

Ich habe das für eine Freundin mal grob überschlagen: Man müsste über die Partnerkarte schon ein paar tausend Euro im Jahr umsetzen, damit der Gegenwert der Meilen die Gebühr spürbar übersteigt. Wenn man aber ohnehin die gesamten Haushaltsausgaben, Versicherungen oder eben den Baumarkt-Besuch darüber laufen lässt, ist es ein No-Brainer. Wir nutzen das inzwischen sehr strategisch, fast so wie in meiner Travel Hacking Strategie für Familien beschrieben. Es geht nicht darum, mehr auszugeben, sondern das Beste aus dem zu machen, was man ohnehin ausgibt.

Kleine Beobachtungen aus dem Alltag

Es sind die kleinen Dinge, die mir auffallen. In der Lufthansa Lounge B1, in die wir dank des Priority Pass (den ich über meine Kreditkarte habe) manchmal reinschlüpfen, beobachte ich oft andere Familien. Man sieht sofort, wer „mit Plan“ reist und wer nicht. Die Partnerkarte hat bei uns dazu geführt, dass wir das Sammeln nicht mehr als mühsames Hobby von mir betrachten, sondern als gemeinsames Familienprojekt. Es nimmt den Druck raus, wenn zwei Leute am selben Ziel arbeiten.

Familienfrühstück mit einer goldenen Kreditkarte auf dem Tisch

Ein Samstagmorgen im Juni: Der Blick nach vorne

An einem Samstagmorgen im Juni saßen wir wieder beim Frühstück. Die Kinder stritten sich um das letzte Marmeladensemmel, und ich schaute kurz in mein Meilenkonto. Wir hatten in den sechs Monaten seit der Einführung der Partnerkarte so viele Meilen gesammelt, dass der nächste Urlaub für 2027 schon fast zur Hälfte „bezahlt“ ist. Es ist ein beruhigendes Gefühl. Wir müssen nicht mehr bei Null anfangen, so wie ich damals 2022, als ich mich wunderte, was ich mit den 30.000 Sign-Up-Bonus-Meilen meiner Kollegin eigentlich anfangen soll.

Die 65 EUR für die Gold-Partnerkarte haben sich für uns längst amortisiert. Nicht nur durch die Meilen, sondern auch durch das Gefühl, dass wir jetzt gemeinsam an unseren Reiseträumen arbeiten. Wenn ich heute in mein Notizbuch schreibe, dann nicht mehr nur über meine kleinen Erfolge, sondern über unsere. Es ist diese Mischung aus UX-Designer-Struktur und Mutter-Pragmatismus, die mich dazu bringt, jedes Detail festzuhalten. Jede Meile zählt, aber jede gemeinsam gesammelte Meile zählt doppelt – zumindest gefühlt.

Blick auf ein Lufthansa Flugzeug am Flughafen München mit Kinderrucksack im Vordergrund

Wenn ihr also auch jemanden zu Hause habt, der noch mit der „falschen“ Karte zahlt: Redet mal drüber. Es muss kein komplizierter Vortrag sein. Ein Espresso, ein offenes Notizbuch und der Hinweis auf den nächsten Flug in der Premium Economy wirken oft Wunder. Und wer weiß, vielleicht sitzt ihr dann auch bald in der Lounge, schickt Sprachnachrichten an eure Freunde und freut euch über den nächsten Meilen-Erfolg, während die Kinder zufrieden in ihre Reisekissen sinken.